Die Vernissage beginnt am Dienstag, 23. Juni um 18:30 Uhr bei uns in Linz.
AI QUN 爱群
Aus dem Chinesischen übersetzt, bedeutet es dem Sinn nach „die Liebe zum Menschen“. Die geborene Vietnamesin kam in den frühen 1980er Jahren mit ihren Eltern nach Österreich.
In ihren Bildern setzt sich sie mit der traditionellen chinesischen Tuschemalerei auseinander, insbesondere mit dem Xie-Yi-Stil auf handgeschöpftem Maulbeerpapier. Dieses sehr dünne, stark saugende Papier erfordert einen spontanen, möglichst zügigen Pinselstrich, da Tusche und Farbe sofort tief in die Fasern eindringen. Dabei geht es ihr nicht um naturgetreue Darstellung oder Perfektion, sondern um den Ausdruck von Emotion, Inspiration und Lebendigkeit.

„Jeder Pinselstrich ist endgültig und spiegelt unmittelbar meine Persönlichkeit sowie die Einzigartigkeit des Moments wider – dadurch wird jedes Werk zu einem Unikat.“
Nach dem Malprozess werden die Werke traditionell mit Naturkleister auf eine weitere Papierlage kaschiert, was dem empfindlichen Bildträger Stabilität verleiht und die Leuchtkraft der Tusche verstärkt. In der chinesischen Tuschemalerei bestätigt das Siegel die Echtheit eines Werkes und steht für die persönliche Handschrift des Künstlers.
Ai Qun versucht die klassische chinesische Tuschemalerei in einen zeitgenössischen europäischen Kontext zu übertragen. Dabei entsteht eine Verbindung zwischen östlicher Philosophie und westlicher Bildsprache, die sich wie ein roter Faden durch ihre Werke zieht – eine Brücke zwischen den Kulturen.
每作一画,更趋近我的文化认同
„Jedes Mal, wenn ich ein Bild geschaffen habe, komme ich meiner kulturellen Identität näher.“