Ein Zeitstrahl durch unsere Geschichte
Von der Gründung 1901 bis zur fünften Generation — Stationen, die uns geprägt haben.
125 Jahre Nöttling sind 125 Jahre Familiengeschichte, Handwerk und Leidenschaft für Kunst und Rahmen. Ein paar Meilensteine aus fünf Generationen — in Bildern und kurzen Geschichten.
1901 gründete Andreas Nöttling in Aschach an der Donau die „Erste Oberösterreichische Goldleisten- und Rahmenfabrik“ — der Grundstein für das heutige Familienunternehmen.
Diese handgeschriebene Rechnung aus dem Jahr 1904 — mit Mehrwertsteuer-Stempelmarke und persönlicher Unterschrift des Firmengründers — zählt zu den ältesten erhaltenen Original-Dokumenten der Firmengeschichte. Sie zeugt vom sorgfältigen kaufmännischen Handwerk, das die Familie Nöttling von Anfang an prägte.
Nach dem Ersten Weltkrieg übersiedelte die Rahmenfabrik 1920 nach Wels und begann hier, schon 1923 eigene Kunstausstellungen zu organisieren. Damit ist Nöttling auch die älteste Privatgalerie der Stadt Wels.
Nach dem Ersten Weltkrieg hielten ab 1924 auch die ersten Automobile Einzug ins Unternehmen — ein Zeichen des Aufbruchs in eine mobilere Zeit. Sie erleichterten fortan Fahrten zu Kunden und Partnern weit über Wels hinaus.
Aus dem einzelnen Vertreter-Auto der 1920er-Jahre wurde mit der Zeit eine ganze Flotte für den Außendienst. Damit erreichten die Nöttling-Mitarbeiter Kundinnen und Kunden weit über Wels hinaus.
1928 bekamen auch die Außendienst-Vertreter ihr eigenes Firmenauto. Ein sichtbares Zeichen dafür, wie sehr der persönliche Kundenkontakt schon damals im Mittelpunkt stand.
Mitte der 1920er-Jahre florierte die Rahmenproduktion in Wels bereits in großem Stil. Handwerkliches Können und erste industrielle Fertigungsschritte gingen hier Hand in Hand.
Nach dem Tod des Firmengründers 1932 übernahm die zweite Generation der Familie — im Bild Andreas Nöttling der Zweite — mit den Geschwistern Maria und August die Verantwortung für das Unternehmen.
Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs begann 1947 der Wiederaufbau des Betriebs in Wels. Mit großem Einsatz der Familie und der Belegschaft nahm die Rahmenfabrik ihre Arbeit wieder in vollem Umfang auf.
1950 startete der Bau des „Bilderhauses“ — ein sichtbares Zeichen des Aufschwungs nach den schweren Nachkriegsjahren. Das neue Gebäude schuf Platz für Werkstätten, Ausstellung und Verkauf zugleich.
Auch Vernissagen fanden nach dem Zweiten Weltkrieg wieder statt — ins Gästebuch trug sich damals sogar Landeshauptmann Heinrich Gleißner persönlich ein. Der hauseigene Kunstverlag arbeitete eng mit Malerinnen und Malern zusammen und brachte Kunst und Rahmenhandwerk so noch enger zusammen.
1954 wurde der Betrieb um einen weiteren Stock im Hofgebäude erweitert. Der stetige Ausbau spiegelte das kontinuierliche Wachstum in den 1950er-Jahren wider.
1960 wich der alte Fabrikschlot einem neuen Kraftwerk am Betriebsgelände. Der Umbau war Teil der laufenden Modernisierung, mit der Nöttling in die 1960er-Jahre startete.
1960 trat Dr. Helmut Nöttling — Enkel des Firmengründers — nach seinem Welthandelsstudium in Wien in das Familienunternehmen ein und führte es als dritte Generation über Jahrzehnte. 2002 wurde er vom Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer mit dem Verdienstzeichen des Landes und gemeinsam mit seiner Frau Hermine mit der Kunst- und Kulturmedaille der Stadt Wels in Gold ausgezeichnet.
1961 — 60 Jahre nach der Firmengründung — feierte Nöttling mit einer eigenen Jubiläumsausstellung.
Ab 1966 gingen Nöttling-Rahmen sogar per Container-Schiff bis nach San Francisco. Ein früher Beleg dafür, wie international das Welser Familienunternehmen schon damals dachte.
1973 entstand der eigene Vergoldersaal — Herzstück des traditionellen Vergolderhandwerks im Betrieb. Hier verbindet sich bis heute jahrhundertealtes Können mit moderner Technik.
Auch die Weihnachtsfeiern wurden bei Nöttling gern selbst musikalisch gestaltet: 1980 probten Helmut, Markus und Thomas Nöttling gemeinsam mit deren Vertreter Atzmüller. Ein Moment, der zeigt, wie eng Familie und Firma bei Nöttling zusammengehören.
Markus Nöttling führt das Unternehmen seit 1996 in vierter Generation.
Die Weiterentwicklung neuer Techniken in der Vergolderei war bei Nöttling immer ein fortlaufender Prozess. Traditionelles Handwerk und laufende Innovation gehen seit Generationen Hand in Hand.
Über die Jahrzehnte präsentierte sich Nöttling auf zahlreichen Fachmessen im In- und Ausland. So blieb das Unternehmen immer nah an neuen Trends und im Austausch mit der Branche.
1997 erwarb und adaptierte die Familie das Haus Schubertstraße 9 — im selben Jahr übersiedelte die industrielle Leistenproduktion in das Industriegelände in Wels und ins böhmische Krumau. Die zum Teil freigewordenen Gebäudebereiche entwickelte die Familie Nöttling zu einem Kunst-, Kultur- und Dienstleistungszentrum „Alte Rahmenfabrik“ mit rund 50 Organisationen, Firmen und Start-ups.
2018 übernahm Nöttling die Firma Eigl in der Linzer Dametzstraße und eröffnete damit den zweiten Standort des Unternehmens. Seither ist Nöttling mit Geschäft und Galerie auch mitten in Linz präsent.
Ganz aktuell, im Jubiläumsjahr 2026 selbst, übergibt die vierte an die fünfte Generation — an Johannes Nöttling, Sohn von Vater Markus. 125 Jahre nach der Gründung schreibt die Familie ihre Geschichte damit in eine neue Generation fort.